Recherche30. Juli 2026ca. 11 Min. Lesezeit
DEFUSE – Der Beweis für Gain-of-Function in Wuhan
Das DEFUSE-Projekt zeigt: Amerikanische Wissenschaftler planten 2018, am Wuhan Institute of Virology Coronaviren mit genau den Merkmalen zu erschaffen, die SARS-CoV-2 auszeichnen. Eine Furin-Cleavage-Site an der S1/S2-Junction. Ein Rezeptor-bindendes Protein, optimiert für menschliches ACE2. Fauci leugnete die Finanzierung. Die Dokumente beweisen das Gegenteil.

*2018 reichten amerikanische Wissenschaftler unter Führung von EcoHealth Alliance einen Forschungsantrag ein: Project DEFUSE. Das Ziel war die Erschaffung neuartiger Coronaviren mit genau den genetischen Merkmalen, die SARS-CoV-2 ein Jahr später auszeichnen sollten, darunter eine Furin-Cleavage-Site an der S1/S2-Junction und ein Rezeptor-bindendes Protein, optimiert für menschliches ACE2. Die Forschung sollte am Wuhan Institute of Virology stattfinden. Fauci sagte unter Eid, die NIH finanziere keine Gain-of-Function-Forschung in Wuhan, doch die Dokumente sagen etwas anderes.*
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Project DEFUSE: Der Antrag

Im März 2018 reichte EcoHealth Alliance, eine Non-Profit-Organisation unter der Leitung von Peter Daszak, einen Forschungsantrag beim DARPA (Defense Advanced Research Projects Agency) ein. Der Antrag trug den Namen DEFUSE, kurz für *Defusing the Threat of Bat-Borne Coronaviruses*. Die beantragte Fördersumme betrug 14.209.245 Dollar über 3,5 Jahre.
Das Projekt sollte in Zusammenarbeit mit dem Wuhan Institute of Virology (WIV) durchgeführt werden. Beteiligt waren außerdem die University of North Carolina unter Professor Ralph Baric, Duke-NUS, Palo Alto Research und das USGS National Wildlife Health Center. Der Antrag wurde von DARPA abgelehnt, was jedoch nicht bedeutete, dass die darin beschriebenen Ideen verschwanden.
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Was DEFUSE vorsah: Die genetische Blaupause
Die durch FOIA (Freedom of Information Act) freigegebenen Dokumente, darunter Entwürfe, E-Mails und Notizen, offenbaren, was die Wissenschaftler planten. Vier Punkte fallen auf, die im direkten Zusammenhang mit SARS-CoV-2 stehen.
Insertion einer Furin-Cleavage-Site
Die Wissenschaftler wollten proteolytische Cleavage-Sites, konkret eine Furin-Cleavage-Site, an der S1/S2-Junction des Spike-Proteins in Fledermaus-Coronaviren einfügen. SARS-CoV-2 hat genau diese Furin-Cleavage-Site an genau dieser Position. In keinem anderen bekannten Sarbecovirus, der Verwandtschaftsgruppe von SARS-CoV-2, kommt sie natürlich vor. Das ist eines der stärksten Indizien für eine nicht-natürliche Entstehung.
Optimierung für menschliches ACE2
Das Projekt plante, Rezeptor-bindende Domänen (RBD) zu selektieren, die besonders gut an den menschlichen ACE2-Rezeptor binden. SARS-CoV-2 erschien 2019 „finely tuned" für den menschlichen ACE2-Rezeptor, so gut angepasst, dass Virologen von einem „Paradox" sprechen. Das Virus kam „out of the box ready to infect", ohne nennenswerte Evolution im menschlichen Wirt, während ein neu aus dem Tierreich springendes Virus normalerweise Wochen oder Monate gebraucht hätte, um sich an den menschlichen Wirt anzupassen.
Synthetische Viren
Ralph Baric, einer der weltweit führenden Coronaviren-Genetiker, sollte pro Jahr 20 oder mehr chimäre Spike-Proteine und 2 bis 5 vollständige synthetische Coronaviren herstellen. Die Sprache des Antrags deutet darauf hin, dass diese Arbeit mit unveröffentlichten Viren stattfinden sollte, also Viren, deren Genome der Öffentlichkeit nicht bekannt waren. Wer die Genome nicht kennt, kann später auch nicht nachweisen, dass ein Virus aus diesem Labor stammt.
Niedrigere Biosafety in Wuhan
FOIA-Dokumente zeigen, dass ein Teil der Experimente in Wuhan auf einem niedrigeren Biosafety-Level durchgeführt werden sollte als im Antrag angegeben, offenbar um Kosten zu sparen: BSL-2 statt BSL-4, also das Sicherheitsniveau einer normalen Forschungslabor, nicht das eines Hochsicherheitslabors für gefährliche Pathogene. Mit einem potenziellen Pandemie-Erreger in BSL-2 zu arbeiten, ist ein grober Verstoß gegen jedes Vorsichtsprinzip.
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Die Lüge unter Eid
Am 11. Mai 2021 sagte Fauci vor dem Kongress:
„The NIH has not ever and does not now fund gain-of-function research in the Wuhan Institute of Virology."
Diese Aussage ist nachweislich falsch. Die NIH-Grants an EcoHealth Alliance belegen das Gegenteil in schwarz auf weiß.
Die NIH-Grants an EcoHealth Alliance
Von 2014 bis 2019 lief der NIH-Grant R01AI110964 („Understanding the Risk of Bat Coronavirus Emergence") mit Sub-Grants an das WIV (rund 695.000 Dollar), die East China Normal University (rund 259.000 Dollar) und die Wuhan University (rund 442.000 Dollar). Von 2019 bis 2024 wurde derselbe Grant verlängert, mit Sub-Grants an das WIV (rund 353.000 Dollar), das Institute of Pathogen Biology Beijing (rund 350.000 Dollar) und die East China Normal University (rund 368.000 Dollar). Das sind keine Kleinbeträge, und sie flossen direkt an das Institut, das Fauci als nicht finanziert bezeichnete.
Die P3CO-Umgehung
Mindestens 15 Bundesbehörden kannten 2018 den DEFUSE-Antrag. Dokumente, die Senator Rand Paul erhält, zeigen, dass der Vorschlag nicht vom P3CO Safety Committee (Potential Pandemic Pathogen Care and Oversight) geprüft wurde. Genau dieser Ausschuss hätte gefährliche Forschungsprojekte überwachen sollen. Dass er umgangen wurde, wirft die Frage auf, ob jemand bewusst verhindern wollte, dass die Forschung auf ihre Risiken geprüft wird.
Paul dazu:
„Who at NIH directed funds to the Wuhan Institute of Virology, and why was the proposal not scrutinized by the P3CO safety committee? For four years, I have requested records from the NIH and other agencies on all deliberations regarding the decision to skip oversight by the safety committee only to be stonewalled."
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Peter Daszak: Der Mann in der Mitte
Peter Daszak, Präsident von EcoHealth Alliance, ist die zentrale Figur zwischen der NIH-Finanzierung und dem Wuhan Institute of Virology. Er leitete das DEFUSE-Projekt. Er war es, der die Forschung am WIV koordinierte und der gleichzeitig als öffentlicher Vermittler auftrat, der die Lab-Leak-Theorie als Verschwörungstheorie abtat.
Im Jahr 2020 wurde Daszak in die WHO-Mission zur Untersuchung der COVID-Ursprünge in Wuhan entsandt, als angeblich unabhängiger Experte. Dabei hatte seine eigene Organisation die Forschung am WIV finanziert. Ein Interessenkonflikt, der offensichtlicher nicht sein könnte, und den die WHO dennoch nicht thematisierte.
Das US-Gesundheitsministerium (HHS) hat Daszak und EcoHealth Alliance 2025 für fünf Jahre von der Vergabe staatlicher Fördergelder ausgeschlossen. Eine Sanktion, die zu spät kam, um die Fragen zu beantworten, die seit 2020 offen sind.
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Die drei Geheimdienste
Drei US-Behörden haben den Lab Leak als wahrscheinlichste Ursache eingestuft. Das FBI bewertet ihn mit moderater Konfidenz, das Department of Energy mit niedriger Konfidenz, die CIA ebenfalls mit niedriger Konfidenz. Andere Geheimdienste bleiben bei der natürlichen Herkunft, aber die Einstufung von drei unabhängigen Behörden, darunter das FBI, ist signifikant. Wenn drei Nachrichtendienste zu demselben Schluss kommen, lässt sich das nicht mehr als Randmeinung abtun.
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Das Wuhan Institute of Virology: Was wir wissen
Das WIV beherbergt RaTG13, einen Fledermaus-Coronavirus, der zu 96,1 % mit SARS-CoV-2 identisch ist und damit einer der nächsten bekannten Verwandten ist. Die Existenz von RaTG13 wurde erst nach Beginn der Pandemie offengelegt, obwohl das Virus Jahre zuvor bereits im Labor war.
Am 2. Dezember 2019 zog das Wuhan Center for Disease Control and Prevention in ein Gebäude 280 Meter vom Huanan Seafood Market um, dem Markt, der zunächst als Ursprungsort galt. Das WHCDC forschte an Coronaviren in BSL-2-Laboren, einem niedrigen Sicherheitsniveau. WHO-Untersuchungsteams wurden keine Laboraufzeichnungen zur Verfügung gestellt, was bei einem Institut, das nichts zu verbergen hat, kaum erklärbar ist.
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Die DEFUSE-Entwürfe: Was die FOIA enthüllte
Die durch FOIA freigegebenen 1.412 Seiten an E-Mails, Entwürfen und Notizen zeigen ein Bild, das noch klarer ist als der finale Antrag. Frühere Entwürfe von DEFUSE waren expliziter als die finale Version. Sie nannten „furin cleavage sites" direkt, während die Endversion den allgemeineren Begriff „human-specific proteolytic cleavage sites" verwendete. Jemand hat den Antrag also nachträglich entschärft, bevor er eingereicht wurde.
Die Wissenschaftler planten, neue Spike-Proteine zu konstruieren, nicht nur ganze Spike-Proteine in virale Rückgrate einzufügen, wie in der öffentlichen Version des Projekts dargestellt. Die Arbeit konnte heimlich in Wuhan stattfinden, auf einem niedrigeren Biosafety-Level. Und das WIV veröffentlichte in seiner ersten Arbeit über das Pandemie-Virus keine Erwähnung der Furin-Cleavage-Site, obwohl es kurz zuvor DEFUSE mitverfasst hatte und erklärte, nach genau solchen Merkmalen in neuartigen SARS-ähnlichen Viren Ausschau zu halten.
Alina Chan, Molekularbiologin am Broad Institute:
„When the Wuhan Institute of Virology published their first paper on the pandemic virus, they made no mention of the unique furin cleavage site despite having recently authored DEFUSE, declaring that they were on the lookout for these concerning features in novel SARS-like viruses."
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Fauci schweigt
Auf alle Fragen zu DEFUSE, zu Gain-of-Function, zur NIH-Finanzierung des WIV, zur P3CO-Umgehung, zu Peter Daszak, zur Furin-Cleavage-Site, auf all diese Fragen beruft sich Fauci in der Anhörung auf den 5. Verfassungszusatz. Er schweigt zu dem Thema, das am meisten Aufklärung verdient hätte.
→ Weiter zu **Teil 4: Das Begnadigungs-Spiel, Bidens Pardon und die Contempt-Falle (externer Link, öffnet in neuem Tab)**

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Quellen
U.S. Right to Know: Scientists proposed making viruses with features of SARS-CoV-2 in Wuhan (externer Link, öffnet in neuem Tab)
Washington Examiner: Rand Paul subpoenas 14 agencies on COVID-19 origins (externer Link, öffnet in neuem Tab)
RISA Journal: Use of a risk assessment tool to determine the origin of SARS-CoV-2 (externer Link, öffnet in neuem Tab)
Internet Archive: USGS FOIA Documents, EcoHealth DEFUSE Proposal drafts (externer Link, öffnet in neuem Tab)
Washington Examiner: Fauci pleads Fifth Amendment in COVID-19 hearing chaired by Rand Paul (externer Link, öffnet in neuem Tab)
*Die DEFUSE-Dokumente wurden durch FOIA-Anfragen von U.S. Right to Know, DRASTIC und anderen recherchiert. Der vollständige FOIA-Datensatz umfasst 1.412 Seiten.*
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